Der Film
1980 erlaubt der Kubanische Präsident Castro die Ausreise in die USA, damit Kubaner ihre Verwandten dort besuchen können, doch damit wollte er auch die kubanischen Kriminellen aus dem Land loswerden, weil sie den "Geist seiner Revolution" nicht respektieren. Unter den Ausreisenden ist Tony Montana (Al Pacino), ein junger Mann mit krimineller Vergangenheit, der von Macht und vom großen Geld in Amerika träumt. Er arbeitet zunächst als Tellerwäscher, doch bald nimmt er Aufträge vom Gangster Frank (Robert Loggia) an, und arbeitet sich schnell hoch zum Kokain-König, und ist schon an die Spitze der Macht angelangt. Doch in diesem Geschäft hat man auch viele Feinde.
Scarface: The Rebirth, Creating, Acting
Nominierungen
1984: 3 Golden Globe-Nominierungen: Al Pacino als bester Hauptdarsteller, Giorgio Moroder für die Filmmusik und Steven Bauer als bester Nebendarsteller.
Info und Kommentar
"Das Wort "professionell" scheint für mich zu überbeansprucht zu sein, aber mit Al kannst du es nicht überbeanspruchen. Als ich ihn zuerst traf, hatten wir nicht einmal mit der Produktion gestartet, und er sprach schon mit spanischem Akzent. Ich sprach Spanisch mit ihm und fragte, ob es in Ordnung war. Seine Antwort war, "Ich bitte darum! Je mehr ich spanisch höre, desto besser!" Das nenne ich ein vorbereiteter Schauspieler " John A. Aonzo (Kameramann in Scarface) über die Arbeit mit Al Pacino.
Der Film ist eine überarbeitete Version von Howard Hawks' Film "Scarface - Schande der Nation" aus dem Jahre 1932 mit Paul Muni und Ann Dvorak. Das Drehbuch für diesen Film wurde von Oliver Stone neu bearbeitet.
Ursprünglich sollte der Film ein Remake sein, das sich an die ursprüngliche Geschichte orientiert, die sich in Chicago abspielte, jedoch wurde das Skript u.a. aus Budgetgründen überarbeitet.
Der Produzent Martin Bregman (produzierte vorher Serpico und Hundstage, und danach Carlito's Way) fragte Brian De Palma, in dem Film Regie zu führen. Das Drehbuch in der Rohfassung war nicht überzeugend genug, deshalb lehnte De Palma ab. Die zweite Wahl war der Regisseur Sidney Lumet. Es war dann seine Idee, kubanische Charaktere in die Geschichte einzubinden. Als Oliver Stone das neue Drehbuch präsentierte, war Lumet nicht so begeistert, und stieg aus, und so kam Brian De Palma wieder in Frage, und diesmal hat ihm das Drehbuch und die Änderung in der Geschichte gefallen, so daß er dafür sogar die Regie in "Flashdance" aufgegeben hatte.
Oliver Stone gab dem Hauptcharakter den Namen "Tony Montana" nach dem Namen seines Lieblingsfootballspielers "Joe Montana".
Hip-Hop und Rap Bands liessen sich von diesem Film insperieren, und fügten verschiedene Zitate aus dem Film in ihre Songs ein. Der Rapper "Brad Jordan" benutzt sogar "Scarface" als sein Künstlername Scarface Musik.
Bei der Wiederaufführung des Films 2003 wollte das Studio, den Soundtrack ändern und die Rap- und Hip-Hop-Songs benutzen, die vom Film insperiert wurden. Brian De Palma hat dies allerdings abgelehnt.
 Brian De Palma wollte die Szene im Restaurant verkürzen und damit beenden, daß Elvira (Michelle Pfeiffer) rausgeht, und Tony dann sagt: "Wenn sie eine Quaalude* nimmt, liebt sie mich wieder".
Al Pacino war dagegen, und sagte, Tonys Monolog (...verabschiedet euch von dem Bösewicht. Original: "Say good bye to the bad guy".) sei sehr wichtig in dieser Szene. De Palma wollte auf diese Szene verzichten, damit der Film nicht zu lang wird. Pacino war aber davon überzeugt, daß diese Szene für den Charakter Tonys von großer Bedeutung ist, und so konnte er De Palma davon überzeugen, die Szene ganz zu lassen. *Quaalude: ein Beruhigungsmittel, das wie eine Droge wirkt.
Scarface ist einer der bedeutesten Gangsterfilme in der Filmgeschichte. Er zeigt schonungslos die harte Realität des Lebens eines Gangsters. Nicht etwa ein dank des Geldes glückliches und sorgloses Lebens, sondern ein Leben in Angst, Mistrauen und Gewalt. Al Pacino spielt nicht den Tony Montana, im Film ist er Tony Montana; hart, laut, misstrauisch und besessen. Gnaden- und kompromisslos verkörpert er einen Menschen, der gedacht hat, die Welt gehöre ihm, und dann doch daran glauben mußte, daß er alles verloren hat. Eine großartige Leistung lieferte auch Michelle Pfeiffer in der Rolle der schönen aber zum sozialen Verfall verdammten Elvira. Dank einer hervorragenden Regie und der Superbesetzung ist "Scarface" ein Meisterwerk seines Genres geworden. |