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Julia und die Geister (Rezensionen)
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Julia und die Geister
Julia und die Geister
(Giulietta degli spiriti)
Drama • Italien/Frankreich/Deutschland 1965 • Regie: Federico Fellini • Darsteller: Giulietta Masina, Sandra Milo, Mario Pisu, Valentina Cortese, Valeska Gert, Jo...

Inhaltsangabe:
Signora Giulietta hat sich für den 15. Hochzeitstag ein Überraschungsabendessen ausgedacht. Ihr Mann erscheint in der Villa mit Freunden, zu denen ein Spiritist gehört. In der Villa, am Strand, in Garten und Pinienwäldchen geht Giulietta märchenhaften Visionen nach. Sie sucht die Villa der Lüste ihrer drallen Nachbarin Susy auf, flieht und freundet sich mit Susy an, die ein Fest gibt. Giuliettas Mann zieht aus. Im leeren Haus treten die Geister hervor. Aber Giulietta hat keine Angst mehr. Die Geister treten den Rückzug an.

Mitglieder-Rezensionen
Rezension von 8martin Bewertung: gut! "gut!"
geschrieben am Donnerstag, 9. November 2017 um 18:14

Selbstfindung
In diesem Klassiker begibt sich Fellini mit seiner Ehefrau Giulietta Masina in der Hauptrolle auf einen Selbstfindungstrip. Nur dass sie diesmal hier nicht ihr clowneskes Talent zeigt, sondern sie ist ganz Grande Dame. In Wahrheit aber ist sie eine ‘einsame, verlassene Frau‘, die Anhaltspunkte dafür hat, dass ihr Mann Giorgio (Mario Pisu) sie betrügt. Besagte Gabriella werden wir aber nie sehen. Nach einem irritierenden Beginn, in dem man die beiden Protagonisten nur von Hinten sieht, wird vom Zuschauer volle Konzentration gefordert, wenn der Meister in Rückblenden Szenen aus Julias Kindheit in die Handlung einbindet und sie immer wieder mit visionär anmutenden Traumszenen aus der Welt des Surrealen mischt. Diese Zweigleisigkeit macht aber andererseits auch die Poesie des Films aus. Besonders wenn sich Fellini in seinem Lieblingsgebiet, der Zirkuswelt tummelt.
Dabei gibt es ironische Seitenhiebe auf die Botschaften aus dem Jenseits bei einer Séance (inklusive Kopfzeichen). Julia lächelt leicht. Das vergeht ihr, wenn sie die Fratze des Wahnsinns sieht.
Sie widersteht dem schönsten Mann des Films der 60er Jahre José Luis de Vilallonga, der mit kurzen Verführungsauftritten schon in ‘Darling‘ und ‘Tiffany‘ gescheitert ist, der ihr aber das philosophische Rüstzeug für eine eigenständige Persönlichkeit mitgibt ‘Ich selbst bin mir selbst Dach, Fenster und Herd. Meine Worte sind meine Nahrung und meine Gedanken mein Getränk‘. Die Geister der Vergangenheit werden auch am Ende noch weiterhin zu Julia sprechen. Nur hat sie die zwei Ängste verloren, die sie bisher so gepeinigt hatten: Verlassen zu werden oder glücklich zu sein. Nach dem fulminanten typisch fellini-mäßigen Finale tritt sie befreit aus der pompösen Villa auf ein weites Feld und atmet durch. Ihre Freundinnen z.B. Sandra Milo oder Sylva Koscina (die Vielfilmerin), bisher für den Small Talk zuständig, sind ihr gleichgültig geworden.
Hohe Filmkunst, anstrengend verkauft. Es reicht bisweilen ein wortloses Staunen.


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171 User onlineDienstag, der 21. November 2017, 05:19
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